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Peter Nutt 02
21. September 2026

Vergangenheit trägt Zukunft

Peter, wie kam es dazu, dass heute eines deiner Werke vor Park Unique steht?

Ich fahre regelmässig hier vorbei und das Gebäude ist mir schon früh aufgefallen. Bereits die Visualisierung hat mich angesprochen und ich wollte wissen, was hier entsteht und wer hinter dem Projekt steckt. Also habe ich den Kontakt zur Bauherrschaft gesucht.

Aus diesem ersten Austausch entwickelte sich ein sehr gutes und offenes Gespräch. Irgendwann hiess es: Mach uns doch einmal einen Vorschlag. Ich begann darüber nachzudenken, was zu diesem Gebäude und zu Park Unique passen könnte. Schnell war klar, dass Mobilität und Bewegung eine wichtige Rolle spielen sollen.

Das Werk trägt den Titel «Mobilität im Wandel». Welche Idee steckt dahinter?

Für mich verbindet das Werk verschiedene Zeitebenen. Der Stein steht für Ursprung, Natur und Beständigkeit, gleichzeitig aber auch für Veränderung. Er wurde über sehr lange Zeit durch natürliche Kräfte geformt und erzählt von einer langen Reise.

Die historischen Räder stehen für Bewegung als fundamentale menschliche Errungenschaft. Sie erinnern an den Beginn von Fortschritt und an einfache mechanische Mittel, die neue Wege eröffnet haben.

Die aufstrebenden Kugeln richten den Blick nach vorne. Sie stehen für Innovation, Technologie und die Dynamik der Zukunft. Sie streben nach oben, wie Ideen, die wachsen, sich vernetzen und neue Räume erschliessen. Für mich lässt sich die Idee des Werks deshalb in einem Satz zusammenfassen: Vergangenheit trägt Zukunft.

Die Räder und der Findling bringen beide ihre eigene Geschichte mit. Wie hast du diese Elemente gefunden?

Die Räder habe ich vor einigen Jahren in Frankreich hinter einem Bauernhof entdeckt. Sie gehörten zu einer alten Maschine und haben mich sofort fasziniert. Schon damals wusste ich, dass ich irgendwann etwas damit machen möchte. Aber manchmal braucht ein Element Zeit, bis es den richtigen Ort und Zusammenhang findet. Bei «Mobilität im Wandel» hat plötzlich alles zusammengepasst.

Der Findling stammt aus dem Rheintal und wurde über einen unglaublich langen Zeitraum von den Kräften der Natur geprägt. Er wirkt beständig und erzählt trotzdem von Bewegung und Veränderung. Für mich verbindet er Ursprung und Gegenwart, Natur und Bewegung.

Vom ersten Modell bis zum fertigen Werk: Wie entsteht aus einer Idee ein solches Kunstwerk?

Am Anfang steht eine Idee oder ein Modell, aber irgendwann muss man ans Material. Gerade bei den grossen Metallbändern steckt sehr viel Handarbeit dahinter. Der Stahl wird stark erhitzt, bis er rot glüht. Erst dann lässt er sich bearbeiten. Mit Hämmern und Zangen wird das glühende Material Stück für Stück in die gewünschte Form gebracht. Dabei spielen Hitze, Kraft, Erfahrung und das Gefühl für die richtige Form zusammen.

Einen Kontrast dazu bilden die polierten Elemente aus Chromstahl. Auch die Kugeln sind bewusst auf unterschiedlichen Höhen angeordnet und streben nach oben. Was beim fertigen Werk selbstverständlich aussieht, ist das Ergebnis vieler einzelner Entscheidungen.

Wie wichtig war dir, dass das Werk mit Park Unique und seiner Architektur zusammenspielt?

Sehr wichtig. Ich finde, man kann ein Kunstwerk nicht einfach schaffen und anschliessend irgendwo vor ein Gebäude stellen. Es muss mit seinem Umfeld in Beziehung treten.

Der Austausch mit der Bauherrschaft und dem Architekten war deshalb sehr wertvoll. Ich habe dabei viel Offenheit erlebt. Natürlich musste das Werk zu Park Unique passen, gleichzeitig bekam ich viel gestalterischen Freiraum. Diese Offenheit ist für einen kreativen Prozess enorm wichtig.

Du besitzt selbst zwei Oldtimer. Hat dein persönlicher Bezug zu historischen Fahrzeugen das Werk beeinflusst?

Bestimmt. Ich kenne dieses besondere Gefühl, mit einem historischen Fahrzeug unterwegs zu sein. Man nimmt Bewegung und auch Zeit darin anders wahr als in einem modernen Auto.

Wenn man ein Fahrzeug aus den 1930er-Jahren fährt und danach in ein modernes Elektroauto steigt, sind das völlig unterschiedliche Erfahrungen von Mobilität. Genau diese Entwicklung finde ich spannend. Unsere Fortbewegung hat sich immer wieder verändert und wird sich auch in Zukunft weiter verändern.

Was möchtest du, dass die Menschen wahrnehmen, wenn sie das Kunstwerk sehen?

Ich möchte ihnen eigentlich nichts vorschreiben. Kunst ist immer subjektiv. Jeder Mensch bringt seine eigene Wahrnehmung und seine eigenen Erfahrungen mit.

Vielleicht entdeckt jemand zuerst die historischen Räder, jemand anderes fühlt sich von den Kugeln angesprochen und wieder jemand beschäftigt sich mit dem Stein und seiner Geschichte. Für mich ist es schön, wenn Menschen stehen bleiben, hinschauen und sich fragen: Was ist das? Was sehe ich darin?

Wenn daraus ein Gespräch entsteht und Menschen unterschiedliche Interpretationen austauschen, dann ist das etwas sehr Schönes.

Was bedeutet es dir, dass dein Werk nun dauerhaft vor Park Unique steht?

Das bedeutet mir sehr viel. Besonders schön finde ich, wie dieses Projekt entstanden ist. Am Anfang stand einfach meine Neugier: Ich fuhr hier vorbei, sah das Gebäude und wollte wissen, was dahintersteckt. Aus dieser ersten Faszination und den Begegnungen mit den Menschen hinter Park Unique ist Schritt für Schritt dieses Werk entstanden.

Und jetzt bleibt es hier. Ich werde selbst immer wieder daran vorbeifahren, genauso wie meine Familie. Das ist schon ein besonderer Gedanke: zu wissen, dass etwas, das man mit den eigenen Händen geschaffen und über lange Zeit entwickelt hat, nun seinen festen Platz findet und Teil dieses Ortes wird. Darüber freue ich mich sehr.